Wider den Staatsterrorismus
Was haben wir nicht schon alles für Begründungen für Videoüberwachung gehört, Mord, Raub, Vergewaltigungen, Terrorisms.
Ganz offenbar liegen die wirklichen Probleme aber woanders:
Via: teuchlurm
Allmählich wird es Öde…
Ja so ist das mit Kommunikationsmitteln wie Sprache, Schrift und den Medien wie Büchern, Zeitungen, Radio, Fernsehen, dem Internet,…
Ganz verrückte Sache irgendwie verwenden das ganz viele Leute, die sich vorher bei Schäuble nicht angemeldet haben.
Natürlich sind auch Verbrecher online. Natürlich sollte die Polizei dort auch “virtuell” Streife laufen. Warum sie dazu aber meine private Festplatte durchsuchen wollen, habe ich bislang noch nicht verstanden.
Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass das unser Innenkasperminister auch nicht hat.
Wie könnte der Bundestrojaner funktionieren
Eine hübsche Erklärung bietet dazu die Zeit.
Der Text ist durchaus auch Anfängergeeignet.
Und die theoretischen Schutzmaßnahmen sind die üblichen:
- Sichere Passwörter
- Verschlüsselte Kommunikation
- Gute Firewall
- Keine unnützen Dienste laufen lassen
- Idealerweise freie Betriebssysteme verwenden
- Regelmäßige, signierte Sicherheitsupdates
- Vernünftige Viren- und Malwarescanner
- Der Großzügige Verzicht auf Spyware
Sollten ja eigentlich Selbstverständlichkeiten sein…. sollten.
Wie gerufen
Erst wird die Vorratsdatenspeicherung durchgewunken und danach blubbert Schäuble ein wenig über die Unschuldsvermtung, natürlich nachdem er sein Anti-Terror/Paranoia/Überwachungspaket vorgestellt hat.
Um das ganze zu rechtfertigen braucht man natürlich Terroristen. Prompt einen Tag später hat man wirre Hinweise auf irgendwelche Anschläge im Süddeutschen Raum ausgemacht. Also wirr im üblichen Sinne: “Ganz gefährlich, aber was genaues wissen wir eigentlich auch nicht. Aber es sind Terroristen. Vielleicht. Ja und abstrakte Gefährdungslage und so… ja.”
Was kann man sich besseres wünschen Herr Minister?
Schützen wir die Kinder vor der Gesellschaft oder die Gesellschaft vor den Kindern?
Ein sehr interessanter Artikel über Überwachungswahn und vermeintlichen Kinderschutz im Orwell`schen Musterstaat auf Zeit.de.
Wer will ernsthaft in solch einem “Paradies auf Erden” dahinvegetieren?
Ein kleiner Rhetorikkurs
Was sagt man, wenn man nichts mehr sagen kann?
Teil 1: Die Nullaussage
Die Bundesregierung antwortet auf eine kleine Anfrage zu Theseus:
Die Bundesregierung teilte mit, dass weder Quaero und Theseus eine Alternative zu Google werden soll. Man wolle vielmehr auf eine “Infrastruktur des Wissens” abbilden.
Das System soll semantische, also die Wortbedeutung betreffende Verfahren einsetzen. und in vielversprechenden Anwendungsfeldern erprobt werden.
via: golem.de
Teil 2: Partielle Wahrnehmung
(Sehr nützlich bei unangenehmen Themen…)
Herr Ziercke im Gespräch mit der Taz:
Sie räumen aber ein, dass die heimliche Durchsuchung von privaten Computern eine neue Dimension der staatlichen Überwachung darstellt?
Im Kern geht es nur darum, den von den Schwerstkriminellen bereits vollzogenen digitalen Quantensprung aufzuholen. Diese verlagern ihre Kommunikation konsequent in das Internet.
Irgendwie scheint auch niemand so recht zu begreifen, dass Quanten nicht besonders weit springen.
Teil 3: Ignoranz
An Herrn Ziercke ging die Frage nach den Schlüsselwörtern.
Das interessierte mich, wie eine kleine Software ohne alle Daten zu kopieren, selbstständig irgendwas belastendes finden kann durch die Suche nach Schlüsselwörtern. Immerhin ein starkes Argument, dass durch die Verwendung dieser Technik die Privatsphäre ja gewährleistet sei. Ich meinte, dass bei der normalen Telefonüberwachung dies auch nicht möglich sei. Die Überwachten würden einfach von â??Geburtstagâ? anstatt von â??Attentatâ? reden.
(AntwortFrage wurde nicht beantwortet).
via: netzpolitik.org
Teil 4: Flucht
Beim diesjährigen Versuch des Chaos Computer Club (CCC), dem Landesamt für Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen ein symbolisches Trojanisches Pferd zu überreichen, stießen die verblüfften Chaoten auf einen leeren Stand. Das zuvor über den Besuch informierte Standpersonal des Verfassungsschutzes hatte offenbar mitsamt allen Plakaten und Broschüren die Flucht ergriffen.
via: ccc.de
Peter Schaar appelliert wieder
“Die Regelungen zur Vorratsdatenspeicherung sind ein Dammbruch zu Lasten des Datenschutzes”, sagte Schaar, “und wenn es so weiter geht, werden Daten, die zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus gesammelt werden, demnächst eingesetzt, um Jugendliche in Tauschbörsen zu verfolgen.” [...]“Dem Nutzer wird suggeriert: die Behörden können überall eindringen. Aber was ist dann mit den Bösen? Sind die wirklich so viel blöder? Diese Strategie unterhöhlt das Vertrauen in eGovernment, eCommerce und vieles mehr.” [...]“nur, wenn wir unter Kontrolle sind, verhalten wir uns rechtskonform. Ist es nicht das generalisierte Misstrauen, das gefördert wird durch immer stärkere Überwachungsmaßnahmen, das uns nicht als verantwortungsbewusste Bürger sieht?”
via: golem.de
Der Mann hat Recht, allerdings scheinen das die “Innenparanoiker” und “Sicherheitsexperten” allesamt anders zu sehen. Zu unserem Unglück haben diese mehr politisches Gewicht.